Provision des Immobilienmaklers beim Hauskauf

Auch Immobilienmakler müssen essen.

Darum vermitteln sie Häuser und Wohnungen und anderes Unbewegliches zwischen Käufern und Verkäufern gegen Provision. Wie hoch diese Provision für eine erfolgreiche Vermittlung ausfällt, bestimmt in Österreich das Gesetz – zumindest für das eine Ende der möglichen Bandbreite: Der Immobilienmakler hat auf maximal drei Prozent des Kaufpreises Anspruch, jeweils vom Käufer und vom Verkäufer. Dazu kommen noch 20 Prozent Mehrwertsteuer, so dass zum eigentlichen Preis des Wohnhauses oder der Eigentumswohnung noch bis zu 7,2 Prozent Provision den Besitzer wechseln.

In der Fachsprache nennt man die Verkäuferprovision “Innenprovision”, während der Käufer die “Außenprovision” finanziert.

Als Gegenleistung für die Provision hilft der Makler dem Verkäufer bei der Wertermittlung, erstellt Verkaufsunterlagen (Exposés), inseriert das Objekt in Zeitungen und auf Immobilienportalen im Internet und führt Kaufinteressenten durch die Immobilie. Gerade im privaten Bereich hat ein Verkäufer oft nicht die Zeit für wiederholte Führungen, oder ihm fehlt der Überblick über den Markt mit allen rechtlichen Fallstricken. Damit leistet der Makler also einen fachmännischen Beitrag zu dem ganzen Geschäftsfall, wie etwa auch der Notar bei der Formulierung des Kaufvertrags oder der Möbelpacker beim Umzug.

Die Provision ist Verhandlungssache

Das Gesetz legt nur die Obergrenze der Provision fest. Es gibt aber kein Gesetz, das den Makler daran hindert, seine Provisionsansprüche zu senken. Die Höhe der Provision ist also verhandelbar, auch wenn der Makler aus nahe liegenden Gründen nicht ausdrücklich darauf hinweist. Die Verhandlungspositionen für Verkäufer und Käufer hängen dabei von ein paar logischen Faktoren ab:

  • Der Makler kann aus der Provision neben seinem neuen Firmenwagen auch so verkaufsfördernde Zutaten wie Inserate, professionelle Fotografien und ausführliche Gespräche mit Interessenten finanzieren. Als wirtschaftlich denkender Mensch wird ein Makler seine Bemühungen mit dem erwartbaren Provisionserlös abstimmen: Weniger Erlös, weniger Einsatz.
  • Der Verkäufer will seine Immobilie möglichst zu einem marktgerechten Preis verkaufen. Ist der Preis zu hoch, findet das Haus keinen Käufer und wird zum Ladenhüter. Die Provision an den Makler vermindert also die Summe unterm Strich.
  • Der Käufer muss mit seinem Budget auskommen. Je lauter das Geklingel der Nebenkosten wie etwa Eintragungsgebühren im Grundbuch, Kosten der Vertragserrichtung beim Notar oder Rechtsanwalt oder eben Maklerprovisionen wird, desto weniger Geld bleibt für die Sache an und für sich. Die Leistung des Maklers für den Käufer hängt kaum von der Höhe der Provision ab, sofern des Objekt der Begierde dem Eigentümer nicht förmlich aus den Händen gerissen wird.

Am Ende zahlt der Käufer alles

Wer sich die obigen drei Punkte ein wenig auf der Zunge zergehen lässt, findet recht einfach zu einer fundamentalen Wahrheit: Die Provision des Immobilienmakler zahlt immer der Käufer, entweder als Außenprovision oder als Aufschlag auf den Kaufpreis, der an den Verkäufer überwiesen wird. So funktioniert Handel.

Hat man diese mentale Hürde einmal übersprungen, stochert man als Käufer nicht länger in Nebenschauplätzen wie Provisionsprozenten oder der Forderung, dass der Verkäufer gefälligst die gesamte Provision zu zahlen hätte (kann er nicht, er wird auf das Limit von drei Prozent pochen), sondern budgetiert eine festgelegte Menge Geld und kauft damit sein Wohnhaus. Dass dieser Kauf neben Ziegel, Boden und Elektroinstallationen auch die Dienstleistung von ein paar Transaktionsgehilfen enthält, berücksichtigt man als Teil der Budgetierung und schweigt fortan darüber.

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Kommentare

  1. In Deutschland ist es Regional unterschiedlich.
    es dürfen maximal 6% zzgl MwSt, also 7,14% verlangt werden, es sei denn, der Makler weist alle Parteien darauf hin, dass er eine andere Regelung hat.
    Je nach Region sind 3,57% z.B. in Bayern, NRW, Baden Württemberg von Käufer und Verkäufer bis hin zu 7,14% nur vom Käufer (z.B. in Berlin) üblich.

    Maria · 16. März 2013, 14:58 · #